SalzburgMilch/Gmundner Molkerei: BWB genehmig...
 
SalzburgMilch/Gmundner Molkerei

BWB genehmigt Zusammenschluss unter Auflagen

SalzburgMilch
Die SalzburgMilch darf die Gmundner Molkerei unter Auflagen übernehmen.
Die SalzburgMilch darf die Gmundner Molkerei unter Auflagen übernehmen.

Die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) hat den Antrag auf Verschmelzung der SalzburgMilch mit der Gmundner Molkerei freigegeben.

Am 14. März 2022 reichten die beiden Molkereien einen Antrag zum Zusammenschluss bei der BWB ein. Die SalzburgMilch sollte als übernehmende Gesellschaft mit der Gmundner Molkerei eGen als übertragende Gesellschaft fusionieren. Angemeldet wurde auch die Einbringung des operativen Betriebes der Gmundner Molkerei in die SalzburgMilch GmbH. Der Zusammenschluss betraf die Märkte für die Erfassung von Rohmilch (Abnahmemarkt) sowie den Vertrieb von Molkereiprodukten (Absatzmarkt), wobei nach einer ersten wettbewerblichen Einschätzung auf Grundlage der erteilten Informationen der Ermittlungsschwerpunkt auf dem Bereich des Marktes für die Erfassung von Rohmilch lag, so die BWB. Schließlich ergab die Zusammenschlussprüfung, dass durch die modifizierte Zusammenschlussanmeldung weder eine marktbeherrschende Stellung entsteht oder verstärkt wird, noch wirksamer Wettbewerb sonst erheblich behindert wird

Mindestgarantiepaket als Absicherung für die Bauern

Auf Basis von mehreren Auskunftsverlangen, bei denen die Antragsteller zusätzliche Informationen zum Zusammenschlussvorhaben einreichen mussten, trafen die Wettbewerbshüter eine Entscheidung. Nach Auskunft der BWB bestanden vor allem Bedenken im Hinblick auf eine Verschlechterung der Konditionen für die landwirtschaftlichen Milchlieferanten als Genossenschaftsmitglieder durch eine Verringerung des gegenseitigen Wettbewerbsdrucks. Allfällige wettbewerbliche Bedenken verblieben letztlich auf der Vorleistungsebene bei der Erfassung von Rohmilch, "die offenen Punkte konnten jedoch durch die Abgabe von Verpflichtungszusagen iSd § 17 Abs 2 KartG durch die Anmelderin ausgeräumt werden", heißt es seitens der BWB.

Mit einem auf sechs Jahre verpflichtenden Mindestgarantiepaket sollen die Bauern abgesichert werden. "Die Verpflichtungszusagen ermöglichen ein Fair Play in der Lieferkette. Gerade bei einem so wichtigen Produkt wie der österreichischen Milch ist es essenziell, die Versorgung nachhaltig sicherzustellen", sagt Natalie Harsdorf-Borsch, stellvertretende Generaldirektorin und seit dem Pensionsantritt von Theodor Thanner interimistische Leiterin der BWB.

Mindestgarantiepaket
  • Vorrangiges Lieferrecht bzw. eine Abnahmegarantie;
  • Freiheit auch im Direktvertrieb und Ab-Hofverkauf zu verkaufen;
  • Milchlieferverträge mit angemessenem Kündigungsrecht;
  • Möglichkeit zur Befristung von Milchlieferverträgen mit Verlängerungsoption;
  • Kündigungsrecht hinsichtlich der Genossenschaftsmitgliedschaft;
  • Entsendungsrechte in die Aufsichtsgremien;
  • Soweit möglich getrennte Erfassung von konventioneller Milch, Bio-Milch und Heumilch; und
  • Weitergabe von Synergieeffekte durch die Fusion an die Milchbauern.


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