Brauereien: Schaumkrone wie vor 25 Jahren
 
Brauereien

Schaumkrone wie vor 25 Jahren

Kurt Keinrath
Brauereiverbands-Geschäftsführerin Jutta Kaufmann-Kerschbaum und Obmann Sigi Menz sehen eine „Konsolidierung auf hohem Niveau“. © Kurt Keinrath
Brauereiverbands-Geschäftsführerin Jutta Kaufmann-Kerschbaum und Obmann Sigi Menz sehen eine „Konsolidierung auf hohem Niveau“. © Kurt Keinrath

Heuer sollte es der heimischen Brauwirtschaft wieder gelingen, einen Gesamtausstoß von mehr als 10 Millionen Hektoliter zu schaffen. Zuletzt war dies im Jahr 1994 der Fall.

Die frühen 1990er-Jahre waren für die heimische Brauwirtschaft ein Segen. Gleich drei Mal – 1991, 1992 und 1994 – wurde beim Gesamtausstoß die 10-Millionen-Hektoliter-Schallmauer durchbrochen. Bis 1997 blieb der Absatz mit damals 9,574 Mio. hl hoch, im Jänner 1998 kam die 0,5 Promillegrenze im Straßenverkehr – und der Bierkonsum sank dramatisch. Im Laufe der folgenden Jahre sogar unter die 9-Millionen-Hektoliter-Grenze. Diese Entwicklung wurde aber auch von einem immer größer werdenden Getränkeangebot gefördert. Und man muss auch berücksichtigen, dass im Gesamtausstoß auch der Exportanteil inkludiert ist – und der schwankte im Laufe der Jahre beträchtlich. So wurde im Jahr 2008 mit 416.273 hl die geringste Menge exportiert, seither stiegen die Bierausfuhren aber wieder kontinuierlich auf 1,1 Mio. hl im Jahr 2017.

Die heute vom Brauereiverband veröffentlichten Zahlen für 2018 – nämlich 9,8 Mio. Hektoliter Gesamtausstoß (+1,5% vs. 2017), der 1,2 Mio. hl Exportanteil (+11,2% vs. 2017) enthält – lassen die berechtigte CASH-Prognose zu, dass heuer, erstmals seit 25 Jahren, wieder die 10-Millionen-Hektoliter-Schallmauer durchbrochen wird.

Für diese Entwicklung sind weder Craft Beer noch Biermischgetränke, sondern vielmehr das traditionelle Lager-/Märzenbier verantwortlich. Im Inland wird es nach wie vor am häufigsten getrunken: Rund 5,5 Mio. hl bedeuten eine leichte Zunahme von 2 % (+85.360 hl) bzw. mit rund 65 % Marktanteil Platz 1 unter den Biersorten. Ebenso verzeichneten Bockbier (+5.230 hl bzw. +24 %), Spezialbier (+35.580 hl bzw. +10 %), Leichtbier (+372 hl bzw. +8 %) und (von sehr niedrigem Niveau ausgehend) Kreativbier (+181 hl bzw. +7 %) im vergangenen Jahr Zuwächse. Rückläufig waren u.a. alkoholfreies Weizenbier (-4.073 hl bzw. -16 %) sowie Radler mit Alkohol (-31.868 hl bzw. -7 %). Nach wie vor ist im Bierland Österreich die 0,5 l-Glasflasche die erste Wahl in Sachen Gebinde. 2018 erreichte sie einen Marktanteil von rund 44 % (3,8 Mio. hl). Im Vergleich dazu bilanzierte die 0,33 l-Flasche mit rund 10 % Marktanteil (rund 853.000 hl). Gesamt betrug der Mehrweg-Anteil bei Bier im letzten Jahr rund 64 %, im Inland sind es sogar rund 68 %.

Über den Bierimport wurden übrigens keine aktuellen Daten aus 2018 veröffentlicht, 2017 wurden knapp 700.000 hl Bier importiert, mehr als die Hälfte davon aus Deutschland.
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