Niemetz: Schwedenbombenproduktion läuft auf H...
 
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Schwedenbombenproduktion läuft auf Hochtouren

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Egal wo man hinhört, die Schwedenbombe ist derzeit in aller Munde. Schon lange nicht mehr durfte sich ein Produkt so großer Solidarität seitens Konsumenten und Händler erfreuen. Ob diese das angeschlagene Unternehmen retten kann, ist allerdings fraglich.

Der Wiener Süßwarenhersteller Niemetz, der vergangene Woche Insolvenz für alle drei Gesellschaften der Niemetz-Gruppe - anmelden musste, kann sich im Moment über eine hervorragende Auftragslage freuen. Die Umsätze im Werkshop direkt auf dem Betriebsgelände in Wien-Landstraße klettern auf Rekordniveau und in vielen Handelsketten sind die Regale aufgrund der steigenden Nachfrage nach Schwedenbomben leer. Mehrheitseigentümerin Ursula Niemetz freut sich über die Solidarität der Bevölkerung: "Die Supermarktketten, die Kunden, das Personal - alle stehen hinter uns." Besonders große Unterstützung erhält das angeschlagene Unternehmen von der Facebook-Gruppe 'Rettet die Niemetz Schwedenbomben', die mittlerweile bereits über 39.000 Fans zählt. Das war aber nicht immer so, denn die Passiva belaufen sich laut Alpenländischem Kreditorenverband (AKV) auf insgesamt fünf Millionen Euro, wobei etwa drei Millionen Euro fällig sind. Etwa 70 Gläubiger und 66 Dienstnehmer sind betroffen und haben die Möglichkeit ihre Forderungen bis zum 20. bzw. 26. März zu stellen. Der Sanierungsplan sieht eine 20 Prozent-Qoute vor.

Produktion gesichert
Dank eingefädelter Factoring-Finanzierung erhält Niemetz nun kurzfristig Geld, wodurch der Handel mit Nachschub versorgt werden kann. Aktuell läuft die Produktion wieder auf Hochtouren, täglich werden rund 350.000 Stück der süßen Bomben hergestellt.

Keine Gespräche betreffend Partnerschaften
Geschäftsführer Steve Batchelor will die Sanierung des Traditionsbetriebes alleine stemmen und Niemetz - trotz Skepsis einer Reihe von Experten - ohne externen Partner in eine positive Zukunft führen. Namhafte, potentielle Interessenten gäbe es allerdings. Walter Heindl, Geschäftsführer des gleichnamigen Süßwarenproduzenten erklärte im CASH-Gespräch: "Ja, die Schwedenbombe würde grundsätzlich gut in unser Sortiment passen; Gespräche mit den Eigentümern hat es allerdings noch nicht gegeben." Außerdem betonte Heindl weiters, dass er keinerlei Einblick in das Unternehmen habe und auch die Produktionsmaschinen nicht kenne. Niemetz-Masseverwalter Stephan Riel habe aber auf Nachfrage angeboten, nähere Unterlagen zur Verfügung zu stellen, sollte eine Übernahme seitens Niemetz in Betracht kommen. Heindl allerdings wäre im Fall der Fälle nur an einer Komplettübernahme interessiert.
Als weiterer Interessent tauchte in den letzten Tagen neben Heindl und dem Schaumrollenkönig Guschlbauer immer wieder Manner in diversen Medienberichten auf. Laut Pressesprecherin Mag. Karin Steinhart sei man dort von der Schwedenbombe begeistert, habe allerdings noch keine Gespräche mit Niemetz geführt. Manner selbst investiert derzeit 30 Millionen Euro in den Ausbau des Standortes Wien. Sollte Niemetz allerdings zum Verkauf stehen, werde man die Möglichkeiten einer strategischen Partnerschaft seitens des Vorstandes genau prüfen.
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