Wirtschaftskammer Wien: Sekt ohne Steuer?
 
Wirtschaftskammer Wien

Sekt ohne Steuer?

Klaus Eppele – stock.adobe.com
Keinen Grund zum Feiern sehen die Vertreter der Sektbranche am Tag des Sekts © Klaus Eppele – stock.adobe.com
Keinen Grund zum Feiern sehen die Vertreter der Sektbranche am Tag des Sekts © Klaus Eppele – stock.adobe.com

Die Wirtschaftskammer Wien (WKW) nimmt den heutigen Tag des Sekts zum Anlass, um die Abschaffung der Schaumweinsteuer zu fordern.

Die WKW zeigt in einer heute bekannt gegebenen kurzen Bilanz der 2014 wieder eingeführten Steuer die negativen Effekte auf: Die Konsumenten müssen pro Flasche Sekt wegen der Steuer fast einen Euro mehr bezahlen, was einer Preiserhöhung von durchschnittlich 25 Prozent entspreche. Aufgrund dessen sei der Sektabsatz um 25 Prozent gesunken, die Branche habe 300 Arbeitsplätze verloren (die Schaumweinsteuer betrifft nur heimische Sekthersteller, nicht aber Produzenten von Prosecco und Frizzante aus dem Ausland). Die Einnahmen des Staates seien gering: Von 18,5 Millionen Euro jährlich, mit denen der Finanzminister ursprünglich kalkuliert habe, blieben nach den Abzügen lediglich 2,5 Millionen Euro übrig.

„Leider haben wir heute keinen Grund zu feiern, denn die Schaumweinbranche wird in Österreich massiv gebremst und kann ihr wirtschaftliches Potenzial nicht ausschöpfen“, sagt Ernst Polsterer-Kattus, Sprecher der Sektindustrie in der Wirtschaftskammer Wien. Rainer Trefelik, Wiener Obmann des Handels ergänzt: „Die Schaumweinsteuer hat enorm negative Auswirkungen auf heimische Hersteller und Händler, bringt dem Staat aber unter dem Strich kaum Einnahmen.“ Beide Branchenvertreter fordern daher, die Schaumweinsteuer per April 2019 abzuschaffen. Dieser Terminvorschlag sei deswegen günstig, weil man dann genügend Zeit hätte, die technische Umsetzung zu bewerkstelligen; dies hätte 2005, als diese Steuer schon einmal abgeschafft wurde, gut funktioniert.
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