Nutzfahrzeuge: Sparpotenzial Fuhrpark
 
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Sparpotenzial Fuhrpark

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Eine neue McKinsey-Studie zeigt: Kraftstoffeffiziente Verbrennungsmotoren leisten den wichtigsten Beitrag zur Reduzierung der CO2-Emissionen, jährliche Zusatzkosten für saubere Technologien steigen bis 2030 auf 170 bis 250 Milliarden Euro.

Für die Studie „Roads towards a low-carbon future“ hat McKinsey im Rahmen eines 18-monatigen Forschungsprojekts drei verschiedene Szenarien untersucht, die den Weg zu einer emissionsarmen Zukunft für den Pkw-Sektor aufzeigen. Der Fokus der Studie liegt auf dem Durchschnittsszenario, bei dem ein „Technologie-Mix“ aus optimierten Verbrennungsmotoren, Benzin-Elektro-Hybridfahrzeugen und reinen Elektrofahrzeugen vorausgesetzt wird. In diesem Szenario würden beim weltweiten Absatz von Neuwagen im Jahr 2030 drei Prozent auf Elektrofahrzeuge (ca. 3 Mio. pro Jahr), 16 Prozent auf Plug-in-Hybrid-Elektrofahrzeuge (ca. 14 Mio. pro Jahr) und 23 Prozent auf Hybridfahrzeuge (ca. 21 Mio. pro Jahr) entfallen.

Neue Antriebstechnologien



Bei der Reduzierung des weltweiten Pkw-CO2-Ausstoßes bietet die Weiterentwicklung des klassischen Verbrennungsmotors und Antriebsstrangs das größte Potenzial. Das belegt eine neue Studie der Unternehmensberatung McKinsey & Company, nach der sich der CO2-Ausstoß von Pkws bis 2030 um jährlich 2,2 Gigatonnen reduzieren lässt. Die Hälfte dieses langfristig möglichen Absenkungspotenzials kann die Autoindustrie durch die sparsamere Kraftstoffverwertung bei Pkws mit Verbrennungsmotoren erreichen.
Knapp ein Viertel dieses Potenzials kommt aus neuen Antriebstechnologien wie zum Beispiel Hybrid-, Plug-in-Hybrid- oder Elektro- Fahrzeugen. Beigemischte Biokraftstoffe und Konzepte zur Änderung des Fahrverhaltens und besseren Verkehrsführung bilden zusammen das restliche Vermeidungspotenzial. Ein Teil dieser Maßnahmen wird bereits mittelfristig Gewinne abwerfen – die Investitionen sind dennoch erheblich: Bis zum Jahr 2030 rechnen die Berater mit einem Anstieg der zusätzlichen jährlichen Kosten auf 170 bis 250 Milliarden Euro – allein zur Steigerung der Kraftstoffeffizienz, beispielsweise durch Weiterentwicklung von Motor und Antriebsstrang, Senkung des Rollwiderstands der Reifen und leichtere, aerodynamischere Karosserien.
„In diesen Investitionen liegt allerdings eine große Chance“, betont Christian Malorny, der bei McKinsey das Beratungsgeschäft für deutsche Klienten aus der Automobil- und Zulieferindustrie leitet. „Mit dieser zusätzlichen Wertschöpfung entsteht ein neuer milliardenschwerer Markt.

Investitionen sind unumgänglich



An der Notwendigkeit dieser Investitionen lässt die McKinsey-Studie keinen Zweifel: „Wir rechnen angesichts der sich nahezu verdoppelnden weltweiten Pkw-Flotte bis 2030 mit einem Anstieg des CO2-Ausstoßes um dramatische 54 Prozent – wenn nicht investiert wird“, erklärt Andreas E. Zielke, Leiter der weltweiten Automobilberatung bei McKinsey. „Werden dagegen die technischen und organisatorischen Verbesserungspotenziale ausgeschöpft, dann lässt sich der CO2-Ausstoß bis 2030 sogar noch um 18 Prozent unter das Niveau von 2006 zurückführen.“´Nachstehend ein paar Beispiele für Schadstoff reduzierte Kraftfahrzeuge.

Fiat Ducato mit Erdgas-Antrieb



Der Fiat Ducato wird um eine besonders wirtschaftliche und umweltfreundliche Erdgas-Variante erweitert. Der von einem Dreiliter-Turbomotor angetriebene Fiat Ducato Natural Power ist aufgrund seiner niedrigen Abgas- und Geräuschemissionen ideal für den Einsatz in innerstädtischen Umweltzonen ausgelegt. Durch die Montage der Gasflaschen unter dem Fahrzeugboden wird zudem eine uneingeschränkte Nutzung des Laderaums gewährleistet. Erhältlich ist der Fiat Ducato Natural Power in zahlreichen unterschiedlichen Versionen (zwei Radstände, Kastenwagen mit und ohne Verglasung, Fahrgestell mit Flachboden, Kombi, Luxusbus Panorama, Minibus), wobei die Ladekapazität je nach Aufbau bis zu 15 Kubikmeter, die Nutzlast bis zu 1.220 Kilogramm beträgt.
Anders als vergleichbare Fahrzeuge ist der Fiat Ducato Natural Power auf den Betrieb mit dem umweltschonenden CNG (Compressed Natural Gas) optimiert worden. Bereits mit dem Anlassen läuft der Motor im Gasbetrieb. Lediglich als Sicherheitsreserve ist ein 15-Liter-Benzintank an Bord. Die Betriebsart – Gas oder Benzin – kann nicht vom Fahrer ausgewählt werden. Erst wenn der Gasvorrat aufgebraucht ist, schaltet die Motorelektronik automatisch auf Benzinbetrieb um. Dadurch wird im Alltagsbetrieb gewährleistet, dass der Fiat Ducato Natural Power nahezu immer mit dem preiswerten und sauberen Erdgas gefahren wird. Über den Inhalt der Gasflaschen informiert eine Digitalanzeige im zentralen Instrumenten-
display.

VW Caddy Maxi Life EcoFuel



Mit einer Reichweite von 570 Kilometern im reinen Erdgasbetrieb punktet der neue Caddy Maxi Life EcoFuel als einer der wirtschaftlichsten seiner Klasse. Inklusive des Benzin-Reservetanks kommt er locker auf eine Reichweite von 700 Kilometern. Der 109 PS starke Zweiliter-Vierzylinder gilt, bestens bewährt in der kürzeren Version Caddy EcoFuel, bereits heute als leistungsstärkster und gleichzeitig ökologischster Motor. Dazu kommt, dass der Maxi EcoFuel aufgrund seines langen Radstands 37 kg Erdgas aufnehmen kann und auf 100 Kilometern lediglich 6,1 kg verbraucht. Sobald das Erdgas verbraucht ist, schaltet das System automatisch auf Benzinbetrieb, was dem Fahrer im Cockpit angezeigt wird. Interessant ist der Caddy Maxi EcoFuel auch insofern, als er in den Versionen „Life“, „Kombi“, „Kasten“ und „MaxiVan“ angeboten wird.

Ford Transit CNG



Optisch schaut der neue Ford Transit genau gleich aus wie das Diesel-Original, einzig und allein der Schriftzug CNG zeugt davon, dass es den beliebten Transporter nun auch in einer Erdgas-Version gibt. Technologisch ähnelt er der Konkurrenz: Sobald die Gastanks leer sind, schaltet das System automatisch auf Benzinbetrieb um. Allerdings, einige PS gibt es weniger, dafür bringt die Erdgasversion rund 200 Kilogramm mehr auf die Waage. Reichweite: rund 300 Kilometer.

© Fiat
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