Tierwohl: Never ending Story Vollspaltenböden
 
Tierwohl

Never ending Story Vollspaltenböden

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Aus für Vollspaltenböden, doch erst ab 2040 und mit Auflagen.
Aus für Vollspaltenböden, doch erst ab 2040 und mit Auflagen.

Der Druck auf die beiden Minister Rauch und Totschnig den Entwurf zur Novelle des Tierschutzgesetzes doch noch einmal aufzuschnüren, war dann doch zu groß. Was herauskam, ist zwar ein Schritt in die richtige Richtung, für Tierschützer aber dennoch unbefriedigend.

Wir erinnern uns: Als ziemlich ungeliebtes Kind - zumindest nach außen hin - abgestempelt gab es nach monatelangem Stillstand zwischendurch ein eher unambitioniertes Pingpong-Spiel in Sachen Zuständigkeit und Verantwortungsübernahme zwischen den beiden Ministerien für Gesundheit und Landwirtschaft. Die Rede ist von der längst fälligen und von immer mehr Seiten eingeforderten Novelle zum Tierschutzgesetz, deren Entwurf bereits vor einiger Zeit an die Öffentlichkeit drang. Dieser wurde zwar von den Regierungsparteien und den zuständigen Ministern hochgelobt, brachte aber in Wahrheit definitiv keine Fortschritte Richtung Tierwohl. Einzig und allein das Schreddern von männlichen Küken sollte verboten werden. Was bleib ist unter anderem die seit Jahren viel diskutierte und verpönte Vollspaltenbodenhaltung bei Schweinen und bei Rindern, die Anbindehaltung bei Rindern sowie die viel zu laschen Regeln bei Tiertransporten.

Nun hat man sich in den Ministerien schlussendlich doch ein Herz gefasst und ist im ersten Schritt einen Deal mit den Handelsketten eingegangen, der zwar jetzt eine Kennzeichnungspflicht in Sachen Art der Haltung fixierte, aber am Kern der Problematik meilenweit vorbeischrammte. Nun, vor wenigen Tagen, schritt Bundesminister Rauch zu Step 2: Er kündigte das Ende der Vollspaltenböden bei Schweinen an. Doch leider erst in 17 Jahren. Bis dahin dürfen in neugebauten Ställen zwar derlei Böden nicht mehr eingebaut werden, Altbestände dürfen jedoch weiterhin damit arbeiten. Und von der Aufhebung der Vollspaltenböden bei Rindern war überhaupt nicht die Rede.
Kein Wunder also, dass Tierschützer & Co abermals auf die Barrikaden steigen, zumal der Zeitraum zur Umstellung nicht nur aus ihrer Sicht viel zu lang, sondern auch nicht wirklich nachvollziehbar sei. Außer vielleicht, dass es sich - vor allem seitens der ÖVP - wie schon des Öfteren zuvor um einen Kniefall vor der Agrarlobby handle.

Kann gut sein, dass da in Sachen Tierschutznovelle das letzte Wort noch nicht gesprochen ist, realistischerweise wird sich jedoch vor der parlamentarischen Sommerpause nicht wirklich etwas bewegen.
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