Tirol Milch: Tirol Milch will nicht verkaufen
 
Tirol Milch

Tirol Milch will nicht verkaufen

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Stefan Lindner, interimistischer Obmann Tirol Mich® Tirol Milch
Stefan Lindner, interimistischer Obmann Tirol Mich® Tirol Milch

Das genossenschaftlich organisierte Unternehmen Tirol Milch, das Ende Juni in die Schlagzeilen geriet, als der damalige Obmann Hans Schweiger im Alleingang in Fusionsverhandlungen mit der oberösterreichischen Berglandmilch trat und dann überraschend sein Amt niederlegte, da diese Pläne im restlichen Unternehmen nicht auf Gegenliebe stießen, führt aktuell Fusionsverhandlungen mit mehreren österreichischen Molkereien.

Wo es aber für Tirol Milch zukünftig hingehen wird, ist derzeit noch nicht klar. Das jedenfalls betont Stefan Lindner, interimistischer Obmann Tirol Milch auf Nachfrage von CASH: "Jetzt ist für uns eines wichtig: Wir erhalten Mitte August den Bericht der Expertengruppe und in der Folge werden wir uns das Gutachten des Revisionsverbandes aushändigen lassen. Diese Ergebnisse werden dann als Entscheidungsgrundlage herangezogen." Fakt ist aber auch, so Lindner, dass das Unternehmen nach Millionenverlusten wieder auf einem stabilen Weg ist: "Wir können für das Jahr 2010 von einer positiven Milchpreisentwicklung ausgehen. Grund sind die guten Preise im Handel, die besseren Industriepreise und betriebsinterne Optimierungsmaßnahmen, die zu greifen beginnen."

Verhandlungen sind im Laufen
Nichtsdestotrotz werden aktuell Gespräche mit mehreren österreichischen Molkereien - wie etwa der Berglandmilch und der Nöm - weitergeführt. Lindner: "Allerdings wollen wir unsere Molkerei auf keinen Fall verkaufen. Ein Zusammenschluss mit der Nöm würde eine gravierende Änderung der Eigentümerstruktur bedeuten, was eine große Hürde für unser Unternehmen darstellen würde. Die Tirol Milch muss im Eigentum der Bauern bleiben."

Einer Fusion mit der Berglandmilch kann Lindner aber Positives abgewinnen, da die Tirol Milch ihr Eigentum dann in die oberösterreichische Genossenschaft einbringen kann: "Wir könnten die Milch, die wir jedes Jahr als Versandmilch verkaufen müssen, durch den Partner der Veredelung zuführen und unsere Wertschöpfung erhöhen und letztendlich ein besseres Milchgeld auszahlen", so der Obmann.

Welchen Weg Tirol Milch einschlagen wird, wird sich also frühestens Mitte August zeigen, wenn die Ergebnisse auf dem Tisch liegen. Lindner hierzu: "Wir sind für beide Wege offen und werden uns sorgfältig überlegen, welchen wir einschlagen."

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