Tönnies: Familienzwist wieder einmal beigeleg...
 
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Familienzwist wieder einmal beigelegt

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Das Tönnies-Stammwerk in Rheda-Wiedenbrück im deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen
Das Tönnies-Stammwerk in Rheda-Wiedenbrück im deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen

Deutschlands größtes Schlacht- und Fleischvermarktungsunternehmen Tönnies will weiterhin ein Familienunternehmen sein und spricht sich gegen einen Verkauf der Firmenanteile aus.

Alles soll so bleiben wie es ist! Sprich die beiden Gesellschafter-Stämme Robert Tönnies (50 Prozent) sowie sein Onkel Clemens und sein Cousin Maximilian (50 Prozent) werden auch in Zukunft die Eigentümer der Unternehmensgruppe Tönnies sein. Laut Eigenaussage hatte man "im ersten Halbjahr 2021 gemeinsam verschiedene Optionen für die künftige Ausgestaltung der Eigentümer-Struktur geprüft". Im Raum stand etwa ein Verkauf an den weltgrößten Fleischkonzern JBS aus Brasilien. Man sei nun jedoch zu dem Schluss gekommen, "dass die jetzige Struktur genau die richtige ist, um die jahrzehntelange, erfolgreiche Arbeit fortzusetzen", heißt es in einer Tönnies-Presseaussendung, in der weiters steht: "Zudem erklären beide Gesellschafter-Stämme das Zerrüttungsverfahren für beendet."

Der Konflikt innerhalb der Familie Tönnies schwelt bereits seit Jahrzehnten mit unterschiedlicher Intensität. Er geht zurück bis ins Jahr 1994, als Bernd Tönnies an den Folgen einer Lungeninfektion nach einer Nierentransplantation stirbt. In der Folge entfacht zwischen seinem Sohn Robert und dessen Onkel Clemens Tönnies ein Streit über die Besitzverhältnisse und die Führung des Unternehmens. Der Zwist wurde im Jahr 2017 zwar offiziell beigelegt, doch nie wirklich beendet.

Apropos Unternehmensführung: In der am 4. August 2021 veröffentlichten Firmenmitteilung heißt es, dass die Unternehmensgruppe Tönnies in den kommenden Jahren ihren Fokus auf die Themen Nachhaltigkeit, Klimaschutz und Tierschutz legen will. Zudem will man neue Geschäftsfelder wie etwa Tiernahrung oder pflanzliche Fleischalternativen ausbauen und den Bio-Bereich forcieren, wo Tönnies laut Eigenaussage bereits heute Marktführer ist.

Im Jahr 2020 erzielte die Unternehmensgruppe Tönnies mit rund 16.500 Mitarbeitern einen Umsatz von 7,05 Milliarden Euro. Ein ausführliches Porträt der Firma finden Sie unter folgendem Link:
https://www.cash.at/epaper/print/194/epaper/0920/8/index.html
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