Trendige Drinks: Flüssige Sommergrüße
 
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Mit oder ohne Alkohol - das ist hier die Frage...
Mit oder ohne Alkohol - das ist hier die Frage...

Der Trend zu weniger Alkohol ist weiter stark zu spüren, aber auch Bottled Cocktails sind im Kommen. Ein Marktüberblick.

Sommer, Sonne, Sommerdrinks. Wer weiß es nicht, wenn die Temperaturen fleißig nach oben klettern, dann heißt es: viel trinken. Gemeint ist damit in erster Linie zwar Wasser, dennoch kann der Österreicher auf die ein oder andere süße Limonade, einen fruchtigen Cocktail, das kühle Bier oder einen spritzigen Wein nicht verzichten. Hauptsache erfrischend und belebend. Dabei sind sowohl alkoholhaltige als auch alkoholfreie Getränke willkommen. Generell spürt man einen leichten Trend zu weniger Alkohol im Glas, was wahrscheinlich gerade bei der sommerlichen Hitze nicht ganz unwesentlich ist.

Erfrischung mit ohne

Der Markt für alkoholfreie Getränke boomt. Der österreichische Getränkeverband erhob 2021 bei CO2-haltigen und stillen Limonaden einen Inlandsabsatz von plus 10,8 Prozent - das entspricht 601.000 hl. Auch der Mineralwassermarkt verzeichnete ein Plus von 2,8 Prozent. Aufgrund der zum Teil noch immer geschlossenen Gastronomie trieb vor allem der Lebensmittelhandel die Umsätze weiter. NielsenIQ verzeichnete einen Umsatz von 1,62 Milliarden Euro (Alkoholfreie Getränke Total, LEH + DFH inkl. H/L, MAT 22 inkl. KW). Das sind 6,3 Prozent mehr, als noch im Jahr zuvor. Dabei konnten fast alle Teilsegmente dazugewinnen. Allen voran Energydrinks, aber auch Fruchtsäfte inkl. Smoothies. Das größte Umsatzplus heimsten jedoch nach vorangegangenen Verlusten Getränke auf Teebasis ein. Und auch wenn Top Markenartikler wie Pfanner oder Rauch von den Eisteegelüsten der Österreicher profitieren konnten, waren vor allem Influencer-Getränke die Treiber am Markt - wie BraTee von Capital Bra oder DirTea von Shirin David.
Umsatzentwicklung nach Nielsen im Detail *
Umsatz im Mio. Euro %-Veränderung vs. Vorjahr

Alkoholfreie Getränke Total
 1.618,8 + 6,3 %

AF-Getränke auf Teebasis
 111,5 + 21,7

CO2-Limonaden

 431,7 + 7,1 %

Fruchtsaft Total inkl. Smoothies

260,1 + 2,5 %

Mineralwasser inkl. Soda und Near Water

277,7 + 4,0 %

Übrige AF-Getränke

537,8 + 5,9 %

*NielsenIQ, LEH+DFH inkl. H/L, MAT 22 (bis inkl. KW 8)


Nur Sirupe konnten mit den Getränkekollegen nicht ganz mithalten. "Während 2020 58 Prozent der österreichischen Privathaushalte zumindest einmal Sirup gekauft haben, waren es 2021 nur mehr knapp 56 Prozent", berichtet Katrin Amlacher, Senior Marketing Consultant bei GfK Austria. Dennoch halten Top-Marken wie Darbo und Mautner Markhof mit sommerlichen Sirupen und weniger Zucker dagegen. Höllinger lanciert währenddessen alkoholfreie Barsirupe in den Sorten Aperitivo, Mojito und Tonic, um ein alkoholfreies Anstoßen gewähren zu können. (Lesen Sie mehr dazu im Dossier). Auch das Hamburger Start-up Undone, im Portfolio von Schlumberger, setzt alkoholfreie Impulse am heimischen Getränkemarkt, um aktiv das "Mindful Drinking" mitzugestalten und den Alkoholkonsum entscheidend zu senken. "In Sachen bewussteres Trinken hat sich in den letzten Jahren extrem viel getan, vor allem bei jungen KonsumentInnen, wie der Generation Z. Der starke, weltweite Trend zu einer allgemein gesünderen, ausgeglicheneren Ernährung, einem gesteigerten Interesse an Inhaltsstoffen und deren Auswirkungen, hat auch die Nachfrage nach alkoholfreien Alternativen zu klassischen Spirituosen gesteigert", betont Mitgründer Andre Stork. Der Getränkeanalyst IWSR prognostiziert den alkoholfreien Spirituosen in den nächsten Jahren ein kontinuierliches Wachstum im zweistelligen Bereich.
Energydrinks
Die Kategorie der Energydrinks konnte sich mit einem Umsatzplus von acht Prozent im Vergleich zum Vorjahr weiter positiv entwickeln und zählt mit einem Umsatzanteil von 19 Prozent zu den Top-Umsatzbringern des gesamten AF-Getränke-Segments (NielsenIQ, LEH inkl. H/L, 2021). Laut GfK Haushaltspanel kauften 42,8 Prozent der österreichischen Haushalte 2021 mindestens einmal pro Jahr Energydrinks, das sind um drei Prozent mehr Käufer als noch im Jahr zuvor. Gleichzeitig haben sie mit 17,9 Shoppingtrips pro Jahr die höchste Einkaufshäufigkeit innerhalb der alkoholfreien Getränke. Besonders beliebt sind flavoured Drinks, sie haben einen Umsatzanteil am Gesamtsegment Energydrinks von rund 20 Prozent. Die Red Bull Editions besetzen dabei die Top-Plätze.

Kein Sommer ohne Gin

Dennoch tut sich auch bei den alkoholhaltigen Spirituosen einiges. Anders als alkoholfreie Getränke konnten Spirituosen während des ersten Coronajahrs zwar noch kaum punkten, das hat sich mittlerweile jedoch geändert. 2021 fuhren sie ein Umsatzplus von 8,7 Prozent ein. Dabei ist vor allem der Gin-Trend ungebrochen. Der Klassiker Gin Tonic ist dabei immer noch die beliebteste Sorte, mittlerweile mischt man das Wacholder-Getränk zunehmend mit anderen Mixgetränken wie Beeren-Säfte, Tee oder Smoothies. Auch der Gin selbst wird häufig geflavoured angeboten.

Während der prophezeite Wermut-Boom noch auf sich warten lässt, können Rum und Tequila weiter zulegen. Auch hier sieht IWSR Potenzial und sieht innerhalb der Nischen ein starkes Wachstum. "Auf Kategorieebene werden die Käufergewinne noch deutlicher: Besonders Bitteraperitif, Gin und Importrum konnten ihre Käuferzahl stark ausbauen. Aber auch die Zahl der Pre-Mixed-Drinks-Käufer stieg in den letzten zwei Jahren deutlich", schilderte Klara Fichtenbauer, Senior Marketing Consultant bei GfK Austria. Vor allem bei letzterem sind 2022 einige Neuheiten auf den Markt gekommen. So hat Bacardi mit Tails fertige Cocktails in Barqualität auf Basis von bekannten Premium-Marken aus dem Bacardi-Portfolio im Angebot, Top Spirit brachte mit Speakeasy einen neuen Drink-Genuss aus der Flasche heraus. (Lesen Sie mehr dazu in den News.)

Weitere Getränke-Neuheiten finden Sie zudem in den Marktreports AF-Getränke, Wein & Schaumwein sowie Bier in der April-Ausgabe von CASH). Der neue Marktreport Spirituosen erscheint in der September-Ausgabe.
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