Schlumberger: Umsatz- und Gewinneinbruch
 
Schlumberger

Umsatz- und Gewinneinbruch

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Im Inland litt Schlumberger an der Sektsteuer, was zu massiven Rückgängen führte, während die Umsätze im ausland hingegen stabil blieben.

Der börsennotierte Sekt- und Spirituosenhersteller Schlumberger verzeichnet im laufenden Geschäftsjahr deutliche Gewinn-und Umsatzeinbußen. Angekündigt wurde dies bereits in einer Anfang Februar ausgegebenen Gewinnwarnung. Das traditionell so umsatzstarke letzte Quartal des Kalenderjahres war diesmal von einem massiv rückläufigen Sektmarkt und damit einhergehenden Absatzrückgängen gekennzeichnet. Die negative Entwicklung ist vor allem auf dieZusatzbelastung durch die wettbewerbsverzerrende Sektsteuer zurückzuführen.

Auch ein stabiles Auslandsgeschäft konntedie Auswirkungen im Konzernergebnis nicht abfangen.Der konsolidierte Umsatz der Schlumberger Gruppe belief sich in denersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2014/15 auf 163,8 Millionen Euro. Das entspricht einem Rückgang von 17,8 Millionen Euro oder 9,8 % im Vergleich zum Vorjahr (181,7 Millionen Euro). Das Konzern-Ergebnis in der Höhe von 1,3 Millionen Euro liegt um 490.000Euro bzw. 27,2 % unter dem Wert des Vorjahres von 1,8 Millionen Euro.

Zu schaffen macht Schlumberger vor allem starkerwirtschaftspolitischer Gegenwind: Die im März 2014 wiedereingeführte, diskriminierende Sektsteuer ließ den Absatz der gesamten Branche einbrechen. In der zweiten Jahreshälfte hatte der Sektmarkt einen Rückgang um mehr als 25 % zu verzeichnen (Quelle: AC Nielsen). Zudem wurde die Alkoholsteuer um 20 % erhöht, wodurch auch das Spirituosengeschäft mit rückläufigen Zahlen zu kämpfen hat.

Als Sorgenkind präsentiert sich, wenig verwunderlich, daher das Österreich-Geschäft: Die Schlumberger Wein & Sektkellerei Wien GmbHverzeichnet einen Umsatzrückgang von 15,6 % im Vergleich zum Vorjahr."Wie nicht anders zu erwarten, machen sich die Auswirkungen der wettbewerbsverzerrenden und einnahmenseitig völlig wirkungslosen Sektsteuer bemerkbar. Es ist höchste Zeit aufzuwachen, bevor heimische Betriebe und Winzer noch weiter in Bedrängnis geraten und Arbeitsplätze abbauen müssen", nimmt Schlumberger-Vorstandsvorsitzender Eduard Kranebitter vor allem die heimische Politik in die Pflicht.

Ein Blick über die Grenzen hinaus bestätigt dies: Sowohl das Exportgeschäft, als auch der Umsatz der Deutschland-Tochter (-2,3 %) sind nur leicht rückläufig, die Schlumberger Nederland B.V. verzeichnet, wie schon seit Jahren, ein Umsatzplus (+2,6 %). "Einen deutlicheren Indikator könnte es nicht geben: Einzig und alleine das Österreich-Geschäft belastet das Ergebnis der gesamte Gruppe", weist Kranebitter abermals auf die erschwerten heimischen wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen hin.
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