Verband der Brauereien Österreichs: Bierbranc...
 
Verband der Brauereien Österreichs

Bierbranche auf der Suche nach Stabilität

Kurt Keinrath
Sigi Menz (r.), Obmann der Verbands der Brauereien Österreichs, und dessen neuer Geschäftsführer, Florian Berger
Sigi Menz (r.), Obmann der Verbands der Brauereien Österreichs, und dessen neuer Geschäftsführer, Florian Berger

Die bereits zwei Jahre andauernde Coronaviruspandemie und die nun aufflammenden geopolitischen Spannungen also Folge des Kriegs in der Ukraine bereiten dem Verband der Brauereien Österreichs einiges Kopfzerbrechen.

Grob gesprochen hat sich der Absatz von Fassbier in Österreich in den letzten drei Jahren von rund zwei auf etwa eine Million Hektoliter halbiert. "Die Fehlmengen in der Gastronomie bereiten uns nach wie vor Kopfzerbrechen. Wenn diese geschwächt ist, schadet das letztlich allen Brauereien", erklärt Sigi Menz, Obmann des Verbands der Brauerein Österreichs. Zudem stöhnt Österreichs Brauwirtschaft unter den zuletzt stark gestiegenen Energiepreisen. Vor allem Erdgas - das vom Brauprozess selbst bis hin zur Erzeugung von Glasflaschen und Papier reichlich eingesetzt wird - hat sich in den letzten Monaten dramatisch verteuert. "Die Gesamtabsatzmengen - auch wenn sie langsam wieder wachsen - bedeuten daher noch nicht automatisch wirtschaftlichen Erfolg", betont Menz.

Laut dem Verband der Brauereien Österreichs hat sich im Jahr 2021 der Inlandsausstoß (inkl. AF-Bier) im Vergleich zum Vorjahr um ein Prozent auf 8,342 Millionen Hektoliter erhöht, wobei rund 80 Prozent im Lebensmittelhandel und 20 Prozent in der Gastronomie abgesetzt wurden. Der Gesamtausstoß inklusive Exporte erhöhte sich um drei Prozent auf fast 9,9 Millionen Hektoliter. Wenig überraschend war 2021 Lager-/Märzenbier mit einer Zunahme um vier Prozent auf rund 5,8 Millionen Hektoliter weiterhin die beliebteste Biersorte in Österreich. Im Gegenzug erlebten Radler mit Alkohol (-20 %), Weizenbier (-13 %), Spezialbier (-6 %) und Pils (-5 %) mengenmäßig den stärksten Rückgang.

Angesichts der nach wie vor merkbaren Auswirkungen der Coronaviruspandemie sowie der unabsehbaren Folgen für den heimischen Tourismus aufgrund der geopolitischen Folgen Spannung ausgelöst vom Krieg in der Ukraine fordert Brauereiverbandsobmann Menz weiter eine Halbierung der Biersteuer auf den Satz der österreichischen Nachbarländer sowie eine Ausweitung der Biersteuermengenstaffel. "Der ermäßigte Steuersatz würde vor allem den von der Krise besonders hart getroffenen klein- und mittelständischen Brauereien zugutekommen", zeigt sich Menz überzeugt, der sich zudem für die eigene Branche sowie die Gastronomie einheitliche, österreichweit gültige, langfristige, stabile Regelungen wünscht. "Die Sinnhafitgkeit der Tatsache, dass ab Anfang März das stärkste Bundesland Wien strengere Zutrittsregelungen weiterführt, während alle anderen Bundesländer aufsperren, erschließt sich uns nicht", meint Sigi Menz. 
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