VKI: Konsum-Ente für Kuchen-Dekor
 
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Konsum-Ente für Kuchen-Dekor

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Der Negativ-Preis des Vereins für Konsumenteninformation (VKI) geht an Dr. Oetker, auch Spar, Rewe International, Darbo und Römerquelle mussten eine Nominierung hinnehmen.

Meistens sind Preise ein Grund zur Freude, mit der "Konsum-Ente" des VKI werden jedoch jene Lebensmittel ausgezeichnet, über die es die meisten Beschwerden gab. Unter lebensmittel-check.at wurden 2021 insgesamt 688 Zuschriften gesammelt - bisheriger Rekord. Die meiste Kritik gab es dabei am Kuchen-Dekor von Dr. Oetker, da darin der als E171 gekennzeichnete Farbstoff Titandioxid enthalten ist. Eine Zutat, die in Deutschland bereits nicht mehr im Sortiment verwendet wird und von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) als "nicht sicher" einge­stuft wurde, da sie im Verdacht steht, krebserregend zu sein. Ab Sommer 2022 ist die Verwendung von Titandioxid verboten, das Unternehmen hat bereits entsprechende Änderungen angekündigt. Zu spät für viele Konsumenten, wie das Feedback beim VKI zeigt.

Die Plätze 2 und 3 gehen an Spar und die Marke Billa Bio. Im Backwaren-Sortiment von Spar gibt es das S-Budget Baguette, das aus Frankreich gefroren importiert und vor Ort fertig gebacken wird. Kritik gab es wegen dem langen Transportweg eines Produkts, das - so meint der VKI - ebenso von heimischen Betrieben gefertigt werden könnte. Auf das Baguette passt die Billa Bio Nuss-Nougat-Creme, die wegen der Verwendung von Palmöl und der damit verbundenen Nachhaltigkeitsproblematik auf dem dritten Platz landet.

Wir bleiben beim Aufstrich: Der "Feine Blütenhonig" von Darbo (Platz 4) wurde kritisiert, da er aus Ungarn, Rumä­nien und Mexiko stammt. Eine bittere Pille für Konsumenten, die sie mit einem Schluck Römerquelle Emotion herunterspülen können. Das Near-Water-Getränk von Coca-Cola HBC Österreich landete auf der Shortlist der Konsum-Ente, da das 1-Liter-Gebinde ohne Vorankündigung auf 0,75 Liter geschrumpft ist. Dabei stieg der Liter-Preis um 11 Prozent - Grund genug, um auf Platz 5 des Rankings zu landen.

VKI-Projektleiterin Teresa Bauer kommentiert die zweifelhaften Preisträger: "Es ist deutlich erkennbar, dass Verbraucherinnen und Verbraucher zunehmend auf problematische Inhaltsstoffe und die Herkunft von Lebensmitteln achten. Immer weniger Menschen scheinen akzeptieren zu wollen, dass Lebensmittel, die hierzulande angebaut und produziert werden können, über tausende von Kilometern transportiert werden. Dies spiegelt sich auch in den Ergebnissen des aktuellen Votings wider, bei dem die ärgerlichsten Lebensmittel des Vorjahres gekürt wurden."

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