VÖM: Milchwirtschaft weiterhin unter Druck
 
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Milchwirtschaft weiterhin unter Druck

N. Nikolic
VÖM-Präsident Helmut Petschar und Geschäftsführer Johann Költringer machten auf die schwierige Situation der heimischen Milchbetriebe aufmerksam.
VÖM-Präsident Helmut Petschar und Geschäftsführer Johann Költringer machten auf die schwierige Situation der heimischen Milchbetriebe aufmerksam.

Steigende Rohstoffpreise und stagnierende Erzeugermilchpreise setzten die heimischen Milchbranche auch 2019 unter Druck. Ein Verbesserung könnte 2020 auch dank der Bauernproteste kommen.

Für die heimischen Molkereien und Milchbauern war das Jahr 2019 verhalten. Die Milchanlieferung verringerte sich im Vergleich zum Vorjahr um 0,4 Prozent auf 3,38 Millionen Tonnen, berichtet die Vereinigung Österreichischer Milchverarbeiter (VÖM). Die Erzeugermilchpreise lagen mit einem durchschnittlichen Auszahlungswert von 41,82 Cent (2018: 41,80 Cent) für Milch mit natürlichen Inhaltsstoffen (inkl. USt.) auf Vorjahresniveau. Für gentechnikfreie hergestellte konventionelle Qualitätsmilch wurden laut VÖM Durchschnittserlöse von 33,66 Cent pro Kilogramm erzielt (2018: 33,75 Cent; 4,0% Fett, 3,4% Eiweiß, ohne USt.). Im Jänner diesen Jahres lagen die Werte bei 41,47 Cent je Kilogramm (natürliche Inhaltsstoffe inkl. USt.) beziehungsweise bei 32,73 Cent (konventionelle Milch, 4 % Fett ohne USt.).

Auf die Einkommenssituation der Landwirte wirkten zudem Kostensteigerungen bei Energie und Futtermittelzukauf erschwernd aus. Viele Milchbauern sahen sich daher gezwungen ihre Höfe aufzugeben. Die Zahl der Milchlieferanten verringerte sich von 26.600 im Jahr 2018 auf 25.600 (-3,7 Prozent). „Es ist somit verständlich, wenn Landwirte ihren berechtigten Unmut auf den Straßen zum Ausdruck bringen“, so der Präsident der Vereinigung Österreichischer Milchverarbeiter und Geschäftsführer der Kärntnermilch Helmut Petschar. Die Proteste zwingen die Handelspartner aber langsam zum Einlenken und könnten sich heuer durchaus positiv auf die Preisverhandlungen auswirken.

Die wirtschaftliche Situation der Milchbauern in Österreich verschlechtert sich zunehmend.
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Die wirtschaftliche Situation der Milchbauern in Österreich verschlechtert sich zunehmend.

Ungünstige Ertragslage

Die Umsätze der heimischen Milchverarbeiter sind im Jahr 2019 um 1,3 Prozent auf 2,85 Milliarden Euro gestiegen, die Zuwächse resultierten der VÖM zufolge vor allem aus dem Exportgeschäft. Das Ergebnis vor Steuern (EvS) bezogen auf den Umsatz kam im Jahr 2019 mit 0,36 Prozent auf einem sehr niedrigen Niveau zu liegen, berichtet VÖM-Geschäftsführer Johann Költringer. Auf Basis der Zahlen der Statistik Austria erreichten die Exporte in den ersten 10 Monate einen Gesamtwert von 1,25 Mrd. Euro (+1,4%). Die Importe gingen indes auf 820 Mio. Euro (-1,4%) leicht zurück, was einen erhöhten positiven Gesamtsaldo von 430 Mio. Euro (+7,3%) ergibt.
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