Milchwirtschaft: Weiterhin viele offene Frage...
 
Milchwirtschaft

Weiterhin viele offene Fragen nach EU-Milchgipfel

Erich Westendarp/pixelio.de
© Erich Westendarp/pixelio.de
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Angesichts der rapiden Preisrückgänge der Erzeugerpreise bei Milch und Schweinefleisch in der Europäischen Union, trafen sich die EU-Agrarminister am 7. September 2015 in Brüssel zu einer Sondersitzung.

Begleitet von massiven Protesten von Milchbauern verkündete die EU-Kommission schließlich die Bereitstellung von 500 Millionen Euro zur Marktstabilisierung. Beim informellen Agrarministerrat kommende Woche in Luxemburg sollen die Beratungen fortgesetzt werden.

"Der Vorschlag der EU-Kommission ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. 500 Millionen Euro sind ein starkes Signal, jetzt müssen wir rasch handeln und wirkungsvolle Maßnahmen umsetzen, um die Bäuerinnen und Bauern in dieser schwierigen Situation zu unterstützen", betonte Österreichs Bundesminister Andrä Rupprechter nach dem Sonderrat.

Der Minister drängt darauf, dass die schwierigen Produktionsbedingungen in Österreich bei der Aufteilung der Mittel berücksichtigt werden: "In Österreich ist der Milchpreis um 25 Prozent zurückgegangen. In den benachteiligten Gebieten und Berggebieten, wo der Großteil der heimischen Milch produziert wird, ist dieser Preisrückgang besonders schmerzhaft. Wir wollen die Berücksichtigung der höheren Produktions- und Transportkosten in benachteiligten Gebieten. Die Mittel müssen gerecht auf die Mitgliedsstaaten verteilt werden."

Die Vorschläge der Kommission zur Marktentlastung - unter anderem die Ausdehnung der privaten Lagerhaltung für Käse - sieht der Minister grundsätzlich positiv. Er wünscht sich aber weitere Maßnahmen, etwa die Ausdehnung der Intervention auf andere Produkte.  Außerdem tritt Rupprechter für die befristete Anhebung der Interventionspreise bei Milch ein.

Im Bereich der Absatzförderung wurde der österreichische Vorschlag, das Schulmilchprogramm auf andere Bildungseinrichtungen und soziale Einrichtungen auszudehnen, von der Kommission aufgegriffen.
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