Weltmilchtag: Turbulente Zeiten für die Milch...
 
Weltmilchtag

Turbulente Zeiten für die Milchbranche

Eduard Muzhevskyi - stock.adobe.com

Am 1. Juni ist Weltmilchtag. Angesichts der aktuell hohen Belastungen, den der Krieg in der Ukraine sowie ­massive Teuerungen bei Produktion und Logistik bringen, blickt ihm die Milchwirtschaft heuer wohl eher mit gemischten Gefühlen entgegen.

Der Krieg in der Ukraine wirkt sich nicht nur auf die Verbraucher- und Rohstoffpreise aus, sondern auch auf die europäischen Milchmärkte. Die Produktions­kosten in den Verarbeitungsbetrieben sind um ein Vielfaches angestiegen, was auch auf die Coronaviruspandemie und damit verbundene Störungen in den Lieferketten zurückzuführen ist. Viele Molkereien sind zudem mit Unsicherheiten bezüglich Gaslieferungen aus Russland konfrontiert. Bereits vor dem Krieg kam es zu „unüblich festen Notierungen, die infolge des Ukrainekrieges nochmals anstiegen“, berichtet die Vereinigung Österreichischer Milchverarbeiter (VÖM). Hintergrund sei eine stabile Absatzsituation und eine weltweit gute Nachfrage gewesen, ebenso wie der Umstand, dass die Produktion in großen Milchproduktionsländern der EU sowie in anderen wichtigen Märkten rückläufig war. Als Folge daraus verzeichnete die EU 2021 laut VÖM-Bericht erstmals seit vielen Jahren eine rückläufige Milch-Anlieferung beziehungsweise Produktion – vor allem von Butter sowie Voll- und Magermilchpulver. Neben den steigenden Kosten sind weitere Gründe dafür der rückläufige Milchkuhbestand verbunden mit einer teils geringeren Futtergrundlage infolge von Trockenheit oder strengere Umweltauflagen in wichtigen Produktionsgebieten. Den höchsten Milchkuhbestand innerhalb der EU haben im Übrigen Deutschland und Frankreich, gefolgt von Polen.

Im Februar 2022 stieg die Milchanlieferung in der EU im Durchschnitt wieder leicht an und lag um 0,5 Prozent über dem Vorjahresmonat. Unter den wichtigen Milcherzeuger-Staaten haben laut der AMA im Februar Polen (+ 4,3 %), Dänemark (+ 2 %), Irland (+ 0,8 %) und Italien (+ 0,5 %) mehr Milch angeliefert, während die Milchanlieferung in Frankreich und Spanien (jeweils - 0,1 %) sowie Deutschland (- 0,6 %) zurückgegangen ist. Der durchschnittliche EU-Erzeugermilchpreis (auf Basis des natürlichen Fett- und Eiweißgehaltes) stieg dagegen leicht an. Aus dem aktuellen AMA-Marktbericht geht hervor, dass der EU-Erzeugermilchpreis im März 2022 bei 43,48 ct/kg lag und somit um 1,08 ct/kg über jenem aus dem Vormonat Februar. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum war der Preis heuer sogar um 8,31 ct/kg höher.

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