Angesagt bei Margaretha Jurik: Fisch will mic...
 
Angesagt bei Margaretha Jurik

Fisch will mich pflanzen

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Nestlé packt mich bei der Neugier: ihre vegetarisch/vegane Schiene Garden Gourmet behauptet, Thunfisch aus nur sieben verständlichen und bekannten Zutaten basteln zu können.
Nestlé packt mich bei der Neugier: ihre vegetarisch/vegane Schiene Garden Gourmet behauptet, Thunfisch aus nur sieben verständlichen und bekannten Zutaten basteln zu können.

Ich bin eine Freundin von klaren Ansagen. Ebenso wie von einer verständlichen und übersichtlichen Zutatenliste. Wenn man zum Beispiel etwas Essentielles wie Thunfisch im Thunfisch ersetzen will, muss man sich schon anstrengen.

Es war schon recht dringend. Der Hunger war groß, die Versuchung auch, die Optionen beschränkt. Damit war die Zeit reif für ein gewagtes Experiment: kann es einem durchaus erprobten Nahrungsmittelproduzenten gelingen, etwas so charakteristisch gefestigtes wie Thunfisch nachzuahmen? Und zwar mit ganz wenigen, natürlichen Zutaten? Damit packt mich Nestlé bei der Neugier, die vegetarische Schiene Garden Gourmet behauptet, Thunfisch aus nur sieben verständlichen und bekannten Zutaten basteln zu können: Weizen- und Erbsenprotein, sowie ein wenig Rapsöl, Wasser, Salz, Aromen und Zitronenfasern.

Wie ich das Glas auch drehe und wende, das Zeug, das mich aus der ansprechenden Verpackung auglos anstarrt, sieht wirklich aus wie Thunfisch.
Diese Herausforderung nehme ich an, und ich muss sagen, ich liebe Thunfisch. Doch ich verbiete mir, meinen gelegentlichen Heißhunger darauf mit billigem Grundstoff zu stillen. Dann lieber keinen, als einen, der schlecht ist fürs KARMA (Abkürzung für Klima, Allgemeinheit, Regionalitätsfanatiker, mich und den Armen Thunfisch selbst). Also heißt es, auf ins Gefecht:

  • Checkfaktor eins: Auge! Wie ich das Glas auch drehe und wende, das Zeug, das mich aus der ansprechenden Verpackung auglos anstarrt, sieht aus wie Thunfisch.
  • Checkfaktor zwei: Nase! Ich öffne das Glas und ich bin baff. Denn mir strömt ein wirklich authentisch fischiger, frischer Geruch entgegen. Eine Tatsache, die mich sehr verwirrt hat. Wie fischelt die Erbse?
  • Checkfaktor drei: Finger! Ich muss es einfach anfassen. Thunfisch ist ja an sich eine ganz eigene Kategorie Konsistenz. Ich wusste nicht, dass man die imiteren kann. Vielleicht eher flockig als faserig.
  • Checkfaktor vier: Mund! Und da ist er nun, am Weg mit der Gabel in den Mund. Auch wenn der gut verkleidete Fischgeruch nicht so lang bleibt wie sein fischiger Geschmack, löst ihn doch sympathisch die Erbse ab, und dann kommt eh schon der nächste Bissen.
Daher muss ich sagen, das Produkt ist eine gelungene Hommage an den Thunfisch. Ich möchte den Urvater nicht missen, doch in verarbeiteter Form
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(in diesem Fall mit Mayonnaise, Olivenöl, Kichererbsen und viel Pfeffer), auf Sandwich oder Pizza, muss niemand mehr die Meere leer und leerer fischen, um diesen Geschmack zu erreichen. Liebe Produktentwickler von Garden Gourmet, das ist nicht nur recht gut, das ist wirklich eine klare Ansage an den Geschmack. Petri (bleibt) heil.
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