Bio Austria: Bio Austria warnt vor Frontalang...
 
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Bio Austria warnt vor Frontalangriff auf Bio

Bio Austria / Fuchs
„Wer chemisch-synthetische Pestizide reduzieren will, muss Bio fördern und nicht behindern“, sagt Gertraud Grabmann, Obfrau von Bio-Austria © Bio Austria / Fuchs
„Wer chemisch-synthetische Pestizide reduzieren will, muss Bio fördern und nicht behindern“, sagt Gertraud Grabmann, Obfrau von Bio-Austria © Bio Austria / Fuchs

In den nächsten Tagen wird sich zeigen, ob die seit mehr als zweieinhalb Jahren andauernden Verhandlungen für ein neues EU-Bio-Recht beim Rat der EU-Agrarminister am 12. Dezember abgeschlossen werden. Der am 5. Dezember vorgelegte Gesetzesentwurf für neue EU-Bio-Verordnung würde der Bio-Branche massiv schaden, sagt Bio Austria in einer aktuellen Aussendung.

Die Europäische Kommission hat im März 2014 einen Vorschlag für eine neue EU-Bio-Verordnung vorgelegt. Dieser wurde sowohl vom EU-Parlament als auch dem Rat der EU-Agrarminister massiv kritisiert. Als nunmehr sechste Präsidentschaft versucht nun die Slowakei, die Verhandlungen beim EU-Agrarministerrat am 12. Dezember abzuschließen. Kommenden Montag werden die EU-Mitgliedstaaten zu dem von der Präsidentschaft vorgelegten Vorschlag Stellung nehmen. Am kommenden Mittwoch findet die letzte Trilog-Verhandlung zwischen EU-Parlament, Ratspräsidentschaft und EU-Kommission vor dem Dezember-Rat statt.

Der fragliche Gesetzesentwurf enthalte weiterhin eine Bestimmung, mit der Biobauern für den Eintrag von Pestiziden von Nachbarfeldern verantwortlich gemacht würden, so Bio Austria in der Aussendung, und Bio-Austria-Obfrau Gertraud Grabmann wird mit den Worten zitiert: „Dieser Vorschlag kann nur als Frontalangriff auf die biologische Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion gewertet werden. Diesen gilt es unter allen Umständen zu verhindern.“

In der Bio-Landwirtschaft werden keine chemisch-synthetischen Pestizide eingesetzt. Daher schneiden biologisch erzeugte Lebensmittel bei Rückstandstests sehr gut ab. Dennoch kann ein Eintrag von Nachbarfeldern niemals ganz ausgeschlossen werden, weil Pestizide durch Wind oder Regen kilometerweit verfrachtet werden können. Mit dem aktuellen Gesetzestext würden Biobauern dafür verantwortlich gemacht werden, wenn sie durch den Einsatz von Pestiziden auf Nachbarfeldern selbst geschädigt werden. Damit würden Opfer zu Tätern gemacht und die friedliche Koexistenz von biologischer und konventioneller Landwirtschaft wäre gefährdet. Wer chemisch-synthetische Pestizide reduzieren wolle, müsse Bio fördern und nicht behindern, schlussfolgert Grabmann.
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