Rauch: Rauch muss Bußgeld zahlen
 
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Rauch muss Bußgeld zahlen

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Rauch setzt nach der Kartellbuße auf glücklichere Tage. © Rauch
Rauch setzt nach der Kartellbuße auf glücklichere Tage. © Rauch

Der Fruchtsaftproduzent Rauch zahlt wegen vertikaler Preisabsprachen mit Lebensmitteleinzelhändlern eine Geldstrafe von 1,7 Mio. Euro.

Das Kartellgericht hat wegen Preisabsprachen gegen den Fruchtsafthersteller Rauch ein Bußgeld verhängt. Die Entscheidung des Kartellgerichts ist nunmehr rechtskräftig, da Rauch auf Rechtsmittel verzichtet hat. Das Gericht folgte mit seiner Entscheidung im März dem Antrag der Bundeswettbewerbsbehörde (BWB).

Bestraft wurden vertikale Preisabsprachen mit Händlern in den Produktbereichen kohlensäurehaltige Erfrischungsgetränke und nicht-kohlensäurenhaltige Getränke (ohne Mineralwasser). Das Gericht sah "wettbewerbswidrige Verhaltensweisen" im Zeitraum von September 2003 bis März 2012. Rauch hatte die Endverbraucherpreise mit dem LEH abgestimmt. Auch der Mitbewerber Pago wurde im Juli 2015 zu einem Bußgeld verurteilt.

Das Kartellgericht berücksichtigte bei der Berechnung der Buße die besondere Schwere der Verstöße. Es wurde aber auch berücksichtigt, dass angesichts der bestehenden Marktmacht des Handels das Verschulden des Abnehmers höher zu bewerten sei, als des des Lieferanten. Strafmildernd war zudem die Tatsache, dass die Rauch Fruchtsäfte GmbH bereits vor dem Start der Ermittlungen bestimmte Verhaltensweisen abgestellt habe.

Die BWB hat 2015 erneut zahlreiche Kartellverfahren im Bereich vertikaler Preisabsprachen abgeschlossen, heißt es in dem jüngst veröffentlichten Tätigkeitsbericht. Auch 2015 lag ein Ermittlungsschwerpunkt der BWB beim Lebensmitteleinzelhandel. Es seien noch einige Verfahren offen oder würden gerichtlich überprüft, so die BWB. Insgesamt wurden von den Wettbewerbshütern im vergangenen Jahr 12 Hausdurchsuchungen durchgeführt und auf Antrag der BWB Geldbußen in Höhe von 34,8 Mio Euro durch das Kartellgericht verhängt.

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